"Der konventionelle Fahrzeugantrieb wird uns auch in den nächsten Jahrzehnten erhalten bleiben."

logo 07.06.2006

Auf der Pressekonferenz der 2. Motortechnischen Konferenz am 1. Juni im neuen Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart informieren Dr. Leopold Mikulic, Daimler Chrysler AG, Prof. Dr.-Ing. Stefan Pischinger, FEV Motorentechnik, und Prof. Dr.-Ing. Helmut Pucher, TU Berlin, über den 'Antrieb von morgen'.

Wiesbaden, 07. Juni 2006. Eine der großen Herausforderungen bei der Entwicklung von Fahrzeugantrieben der Zukunft sieht Prof. Dr. Stefan Pischinger darin, den Ottomotor in seinem Kraftstoffverbrauch und seinem Kohlendioxid-Ausstoß auf das Niveau eines Dieselmotors zu bringen. Umgekehrt werde versucht, den Dieselmotor hinsichtlich seiner Schadstoffemissionen auf das Niveau des Ottomotors abzusenken. Zur Optimierung dieser Antriebe kämen zudem verbesserte Techniken wie Direkteinspritzung des Kraftstoffs, Aufladung und Downsizing zum Einsatz. Auch die Hybridtechnik sei eine Lösung für die Zukunft.



Dr. Leopold Mikulic ist überzeugt, dass der konventionelle Antrieb uns auch in den nächsten Jahrzehnten erhalten bleiben wird. "Der Ottomotor so sparsam wie der Diesel und der Diesel so schadstoffarm wie der Ottomotor", der "Diesotto", sei dabei das Ziel, so Dr. Mikulic. Der Wasserstoffmotor sei dagegen noch Zukunftsmusik, denn Wasserstoff sei nur unter hohem Energieaufwand und noch nicht in ausreichendem Maße regenerativ herstellbar. Zudem sei das Problem der Speicherung dieses Energieträgers noch nicht gelöst.



Auch ein Verbrennungsmotor ließe sich schadstoffarm und mit niedrigem Verbrauch betreiben, wenn man die Technik nur ausreizen würde, so Prof. Dr.-Ing. Helmut Pucher. Der Turbolader biete künftig mit variabler Turbinengeometrie im Ottomotor große Möglichkeiten. Ein Hemmschuh seien bislang die hohen Abgastemperaturen und die damit verbundenen höheren Werkstoffkosten zu deren Beherrschung.
In den letzten Jahren sei der Kraftstoffverbrauch der Personenwagen um durchschnittlich zwanzig Prozent reduziert worden, so Dr. Mikulic. Der Trend hin zu größeren und schwereren Automobilen und die hohen Ansprüche an Komfort und Sicherheit hätten allerdings das Gewicht der Fahrzeuge drastisch erhöht und damit die Verbrauchsreduzierung praktisch kompensiert. Ein Weg zu umweltfreundlicheren Autos sei daher weiterhin die Leichtbauweise. Neben dem verstärkten Einsatz alternativer Werkstoffe im Fahrzeugbau sei ein weiteres wichtiges Thema für die Zukunft des Verbrennungsmotors die Entwicklung alternativer Kraftstoffe.
Was den Antrieb der Zukunft betrifft, so fasst Prof. Dr.-Ing. Pucher in Kürze zusammen: "Es wird viele Wege geben."

Die Motortechnischen Konferenzen sind Veranstaltungen des vieweg technology forums - der Veranstaltungsanbieter des Vieweg Verlags
in Wiesbaden.

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