Mehr als eine Fusion

16.04.2009
Neue Aluminium-Gusstechnologie feiert Seriendebüt | "Fusion"-Verantwortlicher im Interview mit Lightweight-Design
Wiesbaden, 16. April 2009. Leichtbau und Aluminium gehören zusammen. Bisher haben allerdings der hohe Preis und eingeschränkte Produkteigenschaften den kosteneffizienten Einsatz in verschiedenen Bereichen verhindert. Doch die neue Guss-Technologie Fusion der schweizerischen Firma revolutioniert jetzt die Anwendung von Walzprodukten aus Aluminium. Als Bauteil der Seitentüren im neuen BMW 7er ist das Verfahren bereits in Serie gegangen. Im Interview mit der Fachzeitschrift aus dem Wiesbadener Vieweg+Teubner Verlag spricht der Fusion-Verantwortliche Roland Harings über die Besonderheiten des innovativen Verfahrens.
Auf die Frage, ob jetzt das Periodensystem der Elemente neu geschrieben werden müsste, antwortet Roland Harings mit einem schmunzelnden Ja. Denn die Novelis-Entwicklung Fusion ermöglicht es erstmals, verschiedene Aluminium-Legierungen in einem Großserienmaßstab in unterschiedlichen Kombinationen miteinander zu verbinden - mit konventionellen Verfahren war dies bisher nicht möglich. Damit haben die Schweizer ein neues Wettbewerbsfeld für das Leichtmetall erschlossen und bieten der Stahlindustrie ernst zu nehmende Konkurrenz.
Besonders in der Automobilindustrie verspricht sich Harings großes Wachstumspotenzial: "Es ist sogar vorstellbar, dass wir Stahl in Anwendungen, die bis heute aufgrund der Festigkeitsanforderungen für Aluminium nicht sinnvoll waren, in Fahrzeugklassen der Großserie und auch Segmenten der unteren Mittelklasse bis hin zum Kleinwagensegment ersetzen." Die Fusion-Technologie sei zudem sehr kostengünstig, weil sie auf bereits etablierte Großserienprozesse setzt und nur einen Zusatzschritt im Gesamtablauf der Produktion erfordert. Wie beim neuen Serien-Türinnenteil des BMW 7er ermöglicht das neue Verfahren die Kombination von einer extrem umformfähigen Kernlegierung mit einer Verbindung, die alle Anforderungen an Verbindungstechnik und Korrosionsschutz erfüllt. Diese Anwendungen lassen sich laut Harings auf den gesamten Transportbereich vom Nutzfahrzeug- bis zum Schiffbau übertragen.
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