Kein Freifahrschein für Winterreifen

logo 02.11.2007

7°-Regel auf dem Prüfstand

Wiesbaden, 02. November 2007. Sobald die Temperaturen in den einstelligen Bereich sinken, ist es Zeit für einen Reifenwechsel. Die sogenannte 7°C-Regel besagt nämlich, dass Winterreifen nicht nur auf Eis, Schnee und Matsch für ein sicheres Fahrverhalten sorgen. Fällt die Temperatur unter diese Grenze, dann bietet der Winterreifen auch auf trockener oder feuchter Fahrbahn besseren Halt. Soweit die Faustregel. Wie ein Fachbeitrag in der Zeitschrift VKU - Verkehrsunfall und Fahrzeugtechnik zeigt, sind Winterreifen aber auch unterhalb von 7° C nicht immer die bessere Wahl.

Üblicherweise vergleichen Automobilzeitschriften für Ihre Herbstausgaben verschiedene Winterreifen, um den besten unter ihnen zu küren. Die landläufige Meinung, dass Winterreifen ab einer bestimmten Temperatur prinzipiell über bessere Fahreigenschaften verfügen, wird selten in Frage gestellt. In der soeben erschienenen November-Ausgabe der VKU berichten die Autoren des Artikels „Winterreifen – ein Sicherheitsrisiko?“ über die Ergebnisse einer breit angelegten Versuchsreihe verschiedener Ingenieurbüros. Die Experten analysierten unter vergleichbaren Wetterbedingungen das Bremsverhalten von Sommer- und Winterreifen.

Zahlreiche Vorgängerstudien waren in der Vergangenheit zu widersprüchlichen Ergebnissen gekommen. Obwohl die aktuelle Auswertung keinen Anspruch auf Repräsentativität erhebt, besitzt sie hohe Aussagekraft. Bei einem Temperaturspektrum von -7°C bis +6°C haben die Experten dafür 15 vergleichbare Versuchsreihen mit 15 unterschiedlichen Fahrzeugen und Reifentypen untersucht.

Die pauschale Behauptung, dass Winterreifen bei Temperaturen unter 7°C den Sommerreifen jederzeit vorzuziehen sind, wurde dabei entkräftet. Die Autoren kommen angesichts der Studienergebnisse zu dem Schluss, dass in schneearmen Gebieten, die Winterbereifung keine Sicherheitsgarantie darstellt und deshalb nicht zwangsläufig zu empfehlen ist. Denn bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt verlängerte sich in der Mehrzahl der untersuchten Fälle der Bremsweg.

VKU informiert Kfz-Sachverständige elfmal im Jahr über Ergebnisse aus der Schadenspraxis, Unfallforschung und Kraftfahrzeugtechnik - aktuell, kompetent und praxisnah. Das Jahresabonnement kostet 299,- Euro.

VKU - Verkehrsunfall und Fahrzeugtechnik ist ein Produkt des Vieweg Verlags – einer Markes der GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden.

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